Vergiftet: Feedback- und Fehlerkultur
Wertschätzende achtsame empathische konstruktive Kommunikation und Diskussion. Wow! Vorbildlich!
Aber irgendwo muss Platz sein für ein kräftiges „Verf****, Sch****, F***1“ oder andere befreiende Kraftausdrücke, denn ein reinigendes ehrliches Gewitter gehört zum Leben dazu. Um das deutlich zu sagen: Wir empfehlen nicht, im strafrechtliche relevanten Bereich beleidigend zu werden, aber deutlich zu sagen, was ist, um Lösungen zu finden.
Denn das ist das große Problem. Sachliche, aber deutliche Kritik findet nicht mehr statt. Kritik wird zurückgestellt oder so sehr in Watte gepackt, dass von der angemessenen Schärfe nichts mehr übrigbleibt. Emotionen weggepackt. Man nennt es professionelles Verhalten, aber es ist toxisch.
Streng nach dem Motto „Worüber man nicht redet, das findet nicht statt“ brodelt es im Untergrund, bis es plötzlich eklig herausplatzt.
Dann geht es meist um Schuld und nicht um Lösung und Fortschritt. Schon lange wird nicht mehr aus Fehlern gelernt oder gesund gestritten.
„Wie fühlen wir uns heute?“
Gleiches gilt für das Mitarbeiterfeedback, das sich die Führungskraft für das Jahresgespräch aufbewahrt. Einmal im Jahr steht der Mitarbeiter im Fokus und die Beurteilung, die meist von den jüngsten Ereignissen gefärbt ist. Wieso nicht sofort loben oder kritisieren, wenn Anlass besteht? 365 Tage im Jahr? Und zwar in beide Richtungen von Chef zu Mitarbeiter und umgekehrt. Und dann ist es auch innerhalb des Teams sinnvoll, auf Stärken und Schwächen zu schauen.
Das wichtigste Werkzeug in Unternehmen ist Kommunikation. Wir brauchen die „wir haben uns alle lieb“-Version, aber noch viel mehr die „Sind wir mal ehrlich: Das war Scheiße“-Variante, denn nur so
- weiß jeder, woran er ist,
- kann man einander vertrauen,
- ist Entwicklung und Veränderung möglich.
Es braucht eine Weile, das Unternehmen wieder in eine anständige ehrliche Feedbackkultur zu führen, aber es ist nicht unmöglich, denn letztlich erleichtert Offenheit ungemein.
„Kann man so machen, dann ist es aber scheiße.“
Versuchen Sie mal, Fehler zu feiern! „Super, Herr Müller, dass sie diese Woche die Beschwerde von dem Bauherrn bekommen haben! So konnten wir feststellen, dass unsere Bestellprozesse für Dachziegel optimiert werden müssen.“
Frage an alle: „Was könnten wir da verändern? Wer hat Ideen?“ So geschieht kontinuierliche Unternehmensentwicklung.
Ebenso: „Frau Müller, dieser Stapel Beschwerden kam durch nicht eingehaltene Terminzusagen von Ihnen. Müssen wir vielleicht die Arbeit anders verteilen? Oder brauchen Sie fachliche Unterstützung, weil Sie sich vielleicht noch nicht sicher fühlen in Ihrer neuen Aufgabe?“
Farge an alle: „Wer kann Frau Müller diese Woche unterstützen? Wie können wir die Situation entlasten?“ So geschieht kontinuierliche Personalentwicklung.
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1) Bei Bedarf lassen wir Ihnen gerne die vervollständigten Begriffe zukommen. Bitte schreiben Sie hierzu an sos@ellys-ocean.de
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